Die Wochenschau

Original Irish Dance Show am 14. Januar in der Stadthalle Niebüll

Magic of the Dance

Niebüll. Irisches Lebensgefühl pur – steppen bis die Füße brennen: „Magic of the Dance“, die Weltmeister des Irish Dance, kehren zurück nach Deutschland und treten am Montag, 14. Januar, in der Stadthalle in Niebüll auf. Ein Blick, eine herausfordernde Geste, ein furioser Tanz in atemberaubendem Rhythmus quer durch eine fesselnde Inszenierung: Der Kampf zwischen Gut und Böse ist eröffnet. Mit explosiven Stepps und faszinierenden Formationen wird der Stepptanz bei „Magic of the Dance“ auf der kommenden Deutschlandtournee auf eine neue Spitze getrieben. Die vielfach preisgekrönte, international erfolg- und traditionsreichste Irish Dance Show entführt die Zuschauer auf eine emotionale Reise auf die grüne Insel – das ist irisches Lebensgefühl pur, getanzt und gesungen, gefeiert und umjubelt. Weitere Konzertinformationen und -tickets bei allen bekannten VVK-Stellen und unter www.eventim.de sowie ww.<wbr />facebook.<wbr />com/magicofthedance.<wbr />

 

Uwe Mussack wird neuer Leiter der Außenstelle Nordfriesland-Nord

Führungswechsel beim Weissen Ring

Niebüll. Anfang des Jahres sah es in der Außenstelle Nordfriesland-Nord des Weissen Rings gar nicht so gut aus, die Leitungsposition drohte zu verwaisen. Susann Borrett, im März 2014 als Nachfolgerin von Rolf Johannsen auf den Leitungsposten gerückt, musste aus gesundheitlichen Gründen ihren Posten wieder abgeben, ein Nachfolger war nicht in Sicht. Also fragte die Gruppe ihren Vorgänger Rolf Johannsen, ob er sich vorstellen könnte, die Leitung erneut kommissarisch zu übernehmen. “Ich habe zugesagt, denn da stand mit Uwe Mussack schon eine gute Nachfolge im Raum. Er machte es nur noch von der Ausbildung abhängig“, erzählte Johannsen in einem Gespräch.

Die hat der ehemalige  langjährige  Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Niebüll-Deezbüll und Gemeindewehrführer der Stadt Niebüll  jetzt weitgehend absolviert und zugesagt, spätestens Ende des Jahres als neuer Leiter der Außenstelle Nordfriesland-Nord zu übernehmen. „Mein letztes Seminar habe ich im September. Ich brauche das Hintergrundwissen, was der Weisse Ring leisten kann und darf. Da gibt es ganz spezielle Dinge wie Gerichtsbegleitung, Begleitung zu Vernehmungen bei der Polizei, Gespräche mit Opfern bei Sexualdelikten, oder Präventionsarbeit“, freut sich Uwe Mussack schon auf seine neue Aufgabe.

Die hat er sich ganz bewusst ausgesucht. Mit 12 Jahren ging er in der Jugendfeuerwehr, übernahm schon mit 17 Jahren Führungsaufgaben, wurde Gruppenleiter, Jugendfeuerwehrwart, Wehrführer und Gemeindewehrführer. 26 Jahre war Mussack Ehrenbeamter bei der Stadt Niebüll. „Vor einigen Jahren habe ich mir gesagt: Die Zeit ist reif für Neues, ich habe lange genug die Feuerwehr geprägt. Ich wollte gehen, wenn man noch sagt: Schade, dass Du gehst! Es wurde ein guter Nachfolger gefunden, also konnte ich guten Gewissens gehen“. So ganz ist er nicht gegangen, ist immer noch aktiv als Feuerwehrmann der Niebüll-Deezbüller Wehr.

Ein Jahr hat es gedauert, dann hat sich der 55-jährige Unternehmer umgeschaut, suchte eine neue ehrenamtliche Aufgabe in Hauptfunktion. „Es sollte ein soziales Engagement sein. Helfen am Menschen – das ist meine Passion.

Rolf Johannsen und Uwe Mussack kannten sich schon lange, also hat er sich bei ihm informiert. Erst war seine Intention die Opferhilfe, aber nach der Vakanz entschied er sich für die Leitungsfunktion, sieht sich aber als Moderator eines Teams.  „Es müssen organisatorische Dinge abgewickelt werden, um den Opferhelfern ihre wichtige Arbeit leichter zu machen“, so Mussack.

Momentan besteht das Team aus fünf ausgebildeten Opferhelfern und zweien in der Ausbildung. „Ideal wären 10“, sagt Rolf Johannsen. Sein Bestreben war es, in jedem größeren Ort der Region einen Helfer zu haben. Und die Region ist groß, reicht von der dänischen Grenze bis zur Oberen Arlau. Was müssen die Helfer mitbringen? „Sie müssen mit beiden Beinen fest im Leben stehen, belastbar sein, denn sie werden schon mit harten Sachen konfrontiert. Wer Interesse hat, darf sich gerne zu einem persönlichen Gespräch melden“, erzählt Mussack.

Als Rolf Johannsen die Leitung des Weissen Ring Nordfriesland-Nord 2002 von Klaus-Peter Einecke übernommen hatte, gab es so um die 13 Opferfälle im Jahr. Dann wurde der Verein - nicht zuletzt durch die Fernsehpräsenz von Eduard Zimmermann – immer bekannter. Heute melden sich bis zu 130 Opfer pro Jahr und bitten um Hilfe.  „Wir sind die einzige Institution, die bundesweit ehrenamtlich und ohne staatliche Zuschüsse Opferarbeit leistet. Wir wollen schnell und unbürokratisch unsere Hilfe anbieten“, erzählt Johannsen. Aber die Hilfe beschränkt sich nicht auf die Opfer, sondern auch ihren Angehörigen wird geholfen – ehrenamtlich und kostenlos.

Der pensionierte Kriminalbeamte hat dem neuen Leiter nicht verheimlicht, was auf ihn als Herausforderung wartet. Die Arbeit ist ehrenamtlich, kostet viel Freizeit. Die Außenstelle wandert automatisch zum neuen Leiter - also jetzt von Risum-Lindholm nach Niebüll. Da wird dann ab Ende des Jahres das Handy mit der Nummer 0151 5516 4818 klingeln und die E-Mails an weisser-ring-nfnord(at)gmx.de gelesen und beantwortet.

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer die Opfer. Wir wollen die Hemmschwelle gering halten, damit sie sich auch bei uns melden. Wir wollen die Opfer aus der Opferrolle holen. Das ist es, was mich davon überzeugt hat, dass meine Entscheidung richtig ist. Es gibt keinen Eingangsvoraussetzung, die Hilfe des Weissen Rings in Anspruch zu nehmen. Es ist keine Anzeige notwendig, kein Nachweis der Tat – Sie können sich immer bei uns melden“,  betont Uwe Mussack noch einmal.

Seine Arbeit bei der Feuerwehr sieht er im Rückblick ähnlich, hat auch schon als Wehrführer Opferarbeit gemacht.  „Bei der Feuerwehr war vielleicht eine deutlich schnellere Reaktion gefordert. Die Entscheidung für den Weissen Ring ist deswegen für mich sehr einfach.  Ich habe ein großes Maß an Empathie, und das Wichtigste bei der Feuerwehr war mir immer: Wie bekomme ich die Kameraden ohne Schaden aus dem Einsatz heraus“, so Mussack.

Rolf Johannsen sah und sieht sich beim Weissen Ring als eine Art Lotse. „Wir sind keine Psychologen, keine Rechtsanwälte, keine Ärzte, aber wir sind gut vernetzt, wissen sehr schnell, wo sie Hilfe bekommen können. Wir wollen, dass sich die Opfer selbst helfen, bieten also Hilfe zur Selbsthilfe an. Wir sind die, die den Opfern Möglichkeiten aufzeigen“, erklären beide. Der Weisse Ring finanziert sich dabei  durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren. „So können wir auch - bei Bedürftigkeit - die Opfer auch finanziell unterstützen“, so Johannsen. Aktuell hat die Außenstelle Nordfriesland-Nord 176 Mitglieder. „Man muss als Betroffener nicht Mitglied werden. Wer als Opfer zu uns kommt, soll dann erst einmal eine Frist verstreichen lassen und es sich genau überlegen, ehe er sich für eine Mitgliedschaft entscheidet“, halten weder Johannsen noch Mussack etwas von aggressiver Werbung.

Am Mittwoch, 14. November, um 11 Uhr erfolgt in der Amtsverwaltung in Niebüll die offizielle Amtseinführung von Uwe Mussack als neuer Leiter der Außenstelle Nordfriesland Nord des Weissen Rings. Angst vor seiner neuen Aufgabe hat Mussack dabei nicht. „Ich habe ein gutes Team, und Rolf unterstützt mich weiterhin“, freut sich der 55-jährige Unternehmer. Für Rolf Johannsen ist damit seine Arbeit für den Weissen Ring nicht beendet. „Ich werde weiterhin in der Prävention tätig sein, für Senioren und für Kinder Vorträge halten“. (pu)

 

Bildunterzeile: Die Nachfolge beim Weissen Ring ist geregelt: Uwe Mussack (li.) wird am 14. November  die Nachfolge von Susanne Borrett und des derzeitigen kommissarischen Leiters der Außenstelle Nordfriesland-Nord, Rolf Johannsen (re.), antreten. Foto: Pustal